Die Impressumspflicht in Deutschland ist schon etwas feines. Nicht nur, dass man seine Adresse und Telefonnummer angeben darf, nein man ist sogar verpflichtet seine Email Adresse anzugeben. Für jeden, der das Internetz schon gut genug kennt, um nicht mehr Neuland dazu zu sagen, wird es sicher nicht weiter verwunderlich sein, dass es Bots gibt, die diese Email Adressen scannen und anschließend Spam dort hin schicken. Bei der Anschrift oder der Telefonnummer ist die Kontaktaufnahme dagegen deutlich aufwändiger und teurer.

Auch ich habe mit einer Yahoo! Emailadresse im Impressum schon seit einiger Zeit das Vergnügen, dass ich Spam dorthin erhalte, der teils Viren im Bildschirmschonerformat oder die Bitte um eine kleine Hilfszahlung enthält. Also habe ich die Email Adresse einfach durch eine @smartnoob.de Adresse ersetzt, was ohnehin besser zum Blog passt, da ich vor habe die Domain noch einige Zeit zu behalten und sie auch bereits für die nächsten 2 Jahre bezahlt ist.
Aber, wer hätte das gedacht, nach dem nächsten Tag, an dem plötzlich Aufrufe auf allen Beiträgen zu verzeichnen waren – richtig – ich erhielt erneut den selben Mist. Glücklicherweise hatte noch niemand mit mir Kontakt aufgenommen, sodass ich die Emailadresse einfach ersetzen konnte. Mir war allerdings auch klar, dass es nur wenige Tage oder Wochen dauern würde, bis ich auch hier wieder Spam erhalten würde. Extremaufrufe kommen nämlich regelmäßig vor.

Also musste eine andere Lösung her. Die besteht darin, dass ich eine @smartnoob.de Stammemailadresse erstellt habe, die ich natürlich hier nicht veröffentlichen werde, um sie vor den Bots zu schützen. Diese rufe ich auch automatisch mit meinem Emailprogramm ab. Die Adresse, die ich veröffentliche ist dagegen nur eine Weiterleitung auf meine Stammemailadresse. Das heißt, sobald ich Spam erhalte ändere ich die Adresse, die für die Weiterleitung zuständig ist, und der Spam läuft ins Leere. Die muss dann nur noch im Impressum geändert werden und es ist Ruhe. Es empfiehlt sich allerdings nach der Änderung noch eine Tage oder Wochen zu warten, bis man die alte Weiterleitung endgültig aufhebt, damit eventuell angefangene Emails nicht ins Leere laufen, die nach der Änderung im Impressum verschickt werden. Es kann ja passieren, dass jemand die Adresse bereits im Empfänger Feld eingetragen hat und die Email sogar nochmal im Entwurfsordner landet. So ist man dann auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
Wenn eine echte Email rein kommt, dann landet sie also an der Stammemailadresse auf die sich nur die Weiterleitung ändert. Mit der Antwort darauf erhält der Versender dann die Stammemailadresse als Absender, die sich nicht mehr ändert, sodass er mich immer erreichen kann, auch wenn sich die Adresse im Impressum zwischenzeitlich geändert hat. Das sollte im Gegensatz zum einfachen Ändern der Email Adresse sogar noch zusätzliche rechtliche Sicherheit bringen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass in Email Clients nicht mehr die Zugangsdaten aktualisiert werden müssen und eine Weiterleitung auch deutlich schneller erstellt ist als eine neue Email Adresse.

Ich werde das Ganze mal die nächsten Monate testen und dann hier berichten. Natürlich ist mir klar, dass ich den Spam damit nicht vollständig loswerde, aber wenn es zu viel wird, dann sollte ich ihn relativ leicht abstellen können.

Wer jetzt natürlich an den alltbekannten Trick die Emailadresse als Bild einzubinden denkt, der irrt gewaltig. Zum einen lassen sich auch Bilder auslesen, zum Anderen kann soetwas aber auch abgemahnt werden, weil ein Bild nicht von einen Screenreader vorgelesen werden kann und Sehbehinderte Menschen nicht die Möglichkeit haben die Emailadresse zu nutzen. Mir stellt sich dabei allerdings – bei allem Verständis für Behinderte – die Frage wie nun die Privatsphäre vieler Webseitenbetreiber im Vergleich mit einer relativ kleinen Anzahl Sehbehinderter zu bewerten ist.

Abschließend möchte ich auch noch klarstellen, dass ich hier keine Rechtsberatung biete und deshalb auch nicht verantwortlich bin für irgendwelche Forderungen an euch, die aus der Verwendung dieser Methode resultieren.

Wenn jemand diese Methode einsetzt und / oder Erfahrungen damit gemacht hat, dann wäre es schön wenn er diese über die Kommentare teilen könnte.

2 thoughts on “Impressum vor Email Spam schützen”

  1. Ja das Problem mit der Mail und der bekloppten Abmahnerei. Sowas gibt es nur in D um notleidenden Anwälten gewerbsmäßige Abzockerei zu ermöglichen.

    Ich würde – wenn es denn so sein muss, ein kleines Lautsprechersymbol dahinter stellen, was die gesprochene Mailadresse vorliest. Das ist mit html5 einfach zu machen.

    1. Die Idee mit dem Lautsprecher Symbol finde ich wirklich gut, wobei natürlich längst nicht alle Browser die HTML5 Sprachausgabe unterstützen, zumal Blinde wohl bereits einen Screen Reader benutzen werden und ein Lautsprecher Symbol auch nicht sehen könnten. Es schadet aber mit Sicherheit nicht das einzufügen.

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