Whatsapp Update Zusammenfassung im App Store
WhatsApp Update Zusammenfassung im App Store

WhatsApp speichert Kontaktlisten – Unter iOS gab es am 17. März 2014 ein Update für WhatsApp. Nach der WhatsApp Übernahme durch facebook haben solche Updates – zumindest bei mir – immer einen unangenehmen Beigeschmack. In der Update Zusammenfassung wurde dann allerdings von positiven Funktionen berichten.

  • Neue Hintergrundbilder – na gut, braucht keiner ist aber ja nicht schlimm
  • Erweiterte Einstellungen für die Privatsphäre – passt doch irgendwie nicht zu facebook
  • Fehlerbehebungen – immer gut

Wo ist jetzt das Problem?

Das Problem liegt bei den erweiterten Einstellungen der Privatsphäre. Dort lässt sich jetzt individuell festlegen, wer “Zuletzt online”, das Profilbild und den Status sehen darf. Die Einstellungsmöglichkeiten reichen dabei von Niemand über nur meine Kontakte und Alle.

Die Funktion “Nur meine Kontakte” ist dabei das Problem. Denn um diese Funktion zu ermöglichen muss WhatsApp wissen, wer in meiner Kontaktliste ist. Das lässt sich am besten so erklären: Alle Geräte, auf denen Whatsapp installiert ist verbinden sich nicht direkt miteinander sondern über WhatsApp Server. Auf den WhatsApp Servern werden alle erforderlichen Aktionen ausgeführt. Zum Beispiel speichert WhatsApp Nachrichten, die noch nicht von dem Smartphone abgerufen wurden. Ähnlich ist es mit der Speicherung des “Zuletzt online” Zeitstempel. Sobald WhatsApp geöffnet wird, baut es eine Verbindung zu WhatsApp auf. Über diese Verbindung werden dann z.B. die noch nicht heruntergeladenen Nachrichten heruntergeladen. Allerdings weiß WhatsApp auch, wann das Gerät online ist, nämlich solange die Verbindung steht. Wird sie getrennt, z.B. weil die App geschlossen wird, weiß WhatsApp, dass das Gerät bzw. der Nutzer nicht mehr online ist und zeigt entsprechend die letzte bekannte Zeit an, als der Nutzer online war anstatt dem Status “online”.

Bisher war es so, dass man das Anzeigen des Zeitstempels nur generell Ein- und Ausschalten konnte. Jetzt kann man allerdings auch einstellen, dass nur Leute, die in meiner Kontaktliste sind sehen dürfen, wann ich zuletzt online war. Wie ich bereits eben erklärt habe, sind allerdings die WhatsApp SERVER dafür verantwortlich, dass andere Nutzer diese Information sehen können. Das bedeutet auch, dass der SERVER, ALSO WHATSAPP wissen muss, wer in meiner Kontaktliste ist, um festzustellen, ob der “zuletzt online” Zeitstempel angezeigt werden darf oder nicht.

WhatsApp muss also MEINE und DEINE KOMPLETTE Kontaktliste auf seine Server hochladen, um diese Informationen steuern zu können.

Warum sollte WhatsApp das machen?

Das ist ganz einfach. Mithilfe der Kontaktliste lassen sich Beziehungen zwischen Personen prima erkennen. Hat Max Mustermann z.B. die Nummer von Ute Musterfrau in seiner Kontaktliste und umgekehrt, so kann WhatsApp daraus schließen, dass sich beide kennen.  Kontaktlisten gelten zudem als Rohinformationen, die in der Informationstechnik ohne großen Programmier- und Rechenaufwand verglichen werden können.

Mit dem Kauf von WhatsApp durch facebook haben diese Informationen zusätzlich an Relevanz gewonnen. Ganz davon abgesehen, dass facebook schon jetzt eine sehr hohe Trefferqoute hat, was Personen angeht, die wir eventuell kennen, haben auch viele Nutzer ihre Handynummer bei facebook als “Methode um das Passwort zurückzusetzen” gespeichert. Genauso kann facebook die Nummern aber auch nutzen, um zu erkennen, wer jemanden kennt, mit dem er noch nicht befreundet ist, dessen Handynummer er in seiner Kontakliste hat. Das klingt vielleicht wahnsinning kompliziert, es sind jedoch nur ein paar Daten, die geschickt, richtig gruppiert in einer Datenbank ausgewertet werden müssen und fertig ist das Programm.

Warum heißen die Einstellungen Privatsphäre?

Das gleiche Vorgehen hat facebook bereits praktiziert. Als (deutsche) Datenschützer anfingen facebook aufs Dach zu steigen, weil zu viele Daten sichtbar wären, führte man kurzer Hand die Privatsphären Einstellungen ein. Damit ist es zwar möglich, zu verhindern, dass Fremde die Daten sehen, Facebook selbst kann sie jedoch weiterhin verarbeiten. Eine Einstellung mit dem Namen Privatsphäre führt also zu einem subjektiven Sicherheitsempfinden auf Seiten des Nutzers. Da er glaubt, dass nur noch “Freunde” die Daten sehen können gibt der geneigte Nutzer eventuell noch mehr über sich Preis. Aber auch hier kann facebook natürlich mitlesen. Bei WhatsApp wird es ähnlich sein. Auf den ersten Blick wird die breite Masse, die die Übernahme durch facebook eventuell als kritisch betrachtet besänftigt, schließlich nennen sich die Einstellungen ja Privatsphäre. In wirklichkeit dient es allerdings nur der Fassade. Und ganz ehrlich: War die alte Option, die die Anzeige für alle Nutzer, die mein Profil betrachten ein- oder ausschalten konnte nicht schon völlig ausreichend?

Gibt es Alternativen?

Die gibt es schon lange. Neben Alternativen wie Line  oder Viber gibt es auch verschlüsselte Apps wie MyEnigma. Von Line ist allerdings abzuraten, da es schon jetzt Vorschläge für Nutzer macht, die man eventuell kennt, weil sie in der Kontaktliste eines Freundes sind. Am sichersten dürften immer noch verschlüsselte Dienste sein, auch wenn selbst die nicht 100%ig sicher sind. Ich kann nur Empfehlen von WhatsApp weg zu gehen, dass das aber sowiso kaum ein Nutzer machen wird ist mir klar.

 

One thought on “WhatsApp: Die facebookisierung hat begonnen”

  1. Letztendlich muss man sagen, dass diese Problem bereits vorher bekannt war und erst durch die Übernahme von Facebook Unruhe in das ganze Thema kam. Dennoch muss man sagen, es liegt an einem selbst welche Daten freigegeben werden und wer mit dem Bereich Sicherheit ein Problem hat, kann auf Alternativen zurückgreifen. Davon gibt es zwischenzeitlich doch immer mehr.

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