Ehrlich gesagt macht das nicht allzu viel Sinn, rein aus Interesse habe ich es aber mal ausprobiert. Bleistifte sind bekanntlich aufgrund ihres Graphit – nicht Blei – Anteils Leitfähig. Der Ton Anteil, der beim Brennen der Miene für die “Stabilität” sorgt, erhöht den Widerstand jedoch drastisch.
Meine Mitschüler waren jedoch eingie Male überrascht, als ich mit einem Bleistift im ISP Stecker meiner Binäruhr einen Reset des Controllers hervorrief.

Nun interessierte es mich, ob man wohl auch einen Strich mit Bleistift auf ein Blatt Papier malen könne und dieser dann leitfähig ist und somit als Leiterbahn verwendet werden kann. Das Ergebnis: Ein einfacher Strich ist nicht leitfähig, gezogen wurde er mit einem sehr weichen Bleistift – in der Hoffnung, dass der Graphitanteil höher ist als in härteren Bleistiften.

Ein dickerer Strich, in der Breite einer Leiterbahn, über die in Kupfer wohl mehrere Ampere fließen könnten, stellte sich dann jedoch als leitfähig heraus. Zwar schlug der Durchgangsprüfer nicht an, das Ohmmeter zeigte jedoch einen Widerstand von mehreren Megaohm an.

Nun war meine Neugier geweckt, und ich wollte wissen, wie weit man damit wohl gehen könne. Also malte ich schnell eine SMD Leiterplattenänhliche Schaltung auf und klebte die Beine einer normalen blauen, ultrahellen LED auf zwei gemalte Pads, da ich eine meiner wenigen SMD LEDs gerade nicht finden konnte.
Darauf folgte ersteinmal Enttäuschung: 9Volt reichten nicht aus, um die LED zum leuchten zu bringen. Also entschied ich mich das Labornetzteil schrittweise auf 40 Volt aufzudrehen und hielt die Messspitzen erneut an die “Anschlüsse” meiner Schaltung. Tatsächlich begann die LED leicht zu glimmen. Der Widerstand der Leiterbahnen ist dabei so groß, dass die Helligkeit sich sogar abhängig von der Entfernung der Messspitzen von der LED sichtbar verändert.

Wie bereits erwähnt, wirklich Sinn macht das nicht. Durch den Widerstand der Leiterbahnen fließt nur ein sehr kleiner Strom von sagenhaften 12 µA. Nur aus diesem Grund lebt die LED noch. Andernfalls wäre sie mir wohl längst um die Ohren geflogen. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Spannung dennoch zu hoch für die LED sein kann. Der Spanungsabfall über der LED beträgt immer noch satte 25 Volt.

Auch für Microcontroller Schaltungen wird eine solche Leitbahn nicht ausreichen, zumal auch die Befestigung auf der “Platine” nicht ohne weiteres möglich ist. Zwar funktioniert die mit Klebeband verklebte LED ganz gut, aber zu gebrauchen ist das natürlich noch weniger als eine Leiterbahn mit einem Widerstand von mehreren Megaohm.
Eine sinnvolle Anwendung könnten bei geringerem Widerstand durchaus Schaltungen für Prototypen sein, die man schnell aus dem Plotter holt, allerdings gab es auch hier schon bessere Lösungsansätze aus einem umgebauten Tintenstrahldrucker.

Zum Schluss stand noch ein Test an, ob die so entstandene Leiterplatte auch flexibel ist. Also das Blatt Papier aufrollen, die Messspitzen wieder an die Kontakte halten und gleichzeitig versuchen ein Foto davon zu machen. Auch hier glimmte die LED.

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